Sonnenlicht

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1. Bewegung / Zucker / Kaffee

Licht kann eine sehr positive Wirkung auf unsere Stimmung haben, denn es kann den Abbau von Serotonin hemmen. Serotonin (auch im Volksmund „das Glückshormon“ genannt). Serotonin ist ein wichtiger Botenstoff in unserem zentralen Nervensystem und ein hoher Serotoninspiegel bedeutet erst einmal gute Laune. Eine ähnliche Wirkung kann aber auch Zucker in unserer Nahrung haben: Er erhöht den Serotoninstoffwechsel (das in der Nahrung befindliche Serotonin kann man hingegen nicht verwerten). Nimmt also das tägliche Sonnenlicht ab, ist der herbstliche, winterliche Drang nach Süßem nicht verwunderlich. Jeder von uns versucht unbewusst seinen Serotoninspiegel aufrecht halten.

Als Lösungsweg lassen wir aber die Süßigkeiten-Orgien, die zu Weihnachten immer weiter zunehmen, nicht gelten, denn auch Bewegung erhöht den Serotoninstoffwechsel: Sport wie z.B. Spaziergehen, Walking, Jogging und im Besonderen der klassische Wintersport können eine wichtige Stimulanz für unsere gute Stimmung sein. Und geschieht dies noch im winterlichen Weiß mit einer Reflexion des Sonnenlichts durch den Schnee macht der Winterspaziergang umso mehr Spaß – tut man doch etwas Gutes für seine positive Laune! Körperlich arbeitende Menschen haben übrigens meist einen besseren Serotoninhaushalt als die „Schreibtischtäter“. Diese Leute „holen“ sich ihren „Sport“ halt schon während der Arbeit.

In der Nacht wird Serotonin dann wieder abgebaut und am morgen ist der Blutspiegel dementsprechend sehr niedrig. Hier hilft tatsächlich früher aufzustehen, denn sobald wir aufstehen wird der Serotoninabbau gestoppt. Und ein süßes Frühstück mit Marmelade, Honig etc. kann nicht nur lecker sondern auch hilfreich sein. Eine mögliche Erklärung dafür, warum das herzhafte Frühstück doch eher seltener ist.

Interessanterweise erhöht auch das Koffein im Kaffee den Serotoninspiegel. Und so kann der Morgenkaffee aber auch der Nachmittagskaffee definitiv eine stimulierende Wirkung haben: Morgens scheint die Sonne halt noch nicht, und nachmittags wird sie wieder deutlich schwächer. Zu solchen Zeitpunkten ist eine Tasse Kaffee eine willkommene Stimulation für die Serotoninproduktion.

So trinken die nicht gerade sonnenverwöhnten Skandinavier die größte Menge an Kaffee pro Jahr, die Südländer hingegen die geringste Menge. Und damit der Kaffee im Süden überhaupt noch eine Serotonin steigernde Wirkung hat muss er sehr stark sein: „Signore, un espresso per favore!“ lautet daher in der Regel die Bestellung z.B. in Italien.

Übrigens: Teeblätter enthalten 3x soviel Koffein wie Kaffeebohnen. Das Koffein im Tee – auch Tein genannt – kann daher ebenso positiv wie das Koffein des Kaffees stimulieren. Daher müssen wir uns keine Sorgen um die Engländer und Iren machen. Und lässt man den Tee sogar etwas länger ziehen, beruhigt er noch zusätzlich (aufgrund weiterer Inhaltsstoffe) die Bronchien! 1 : 0 für den Tee, oder?

(Nebenbemerkung: Kennen Sie eigentlich Aspartam? Es kann neben Saccharin oder Cyclamt ein häufig verwendeter künstlicher Süßstoff sein. In Verbindung mit Kohlenhydraten kann es den Ausgangsstoff für das Serotonin reduzieren. Die Folgen sind: Schlafstörungen, Tagesmüdigkeit etc. Also: Finger weg von künstlichen Süßstoffen!)

2. Herbst- / Winterdepression / Schlaf

Wie oben erwähnt kann Serotonin wichtig für unsere gute Stimmung sein. Und so verspürt annähernd jeder Dritte mit zunehmend verringerter Sonneneinstrahlung ein Nachlassen des Antriebs, der Motivation aber eine Zunahme an Müdigkeit. Es handelt sich um ein normales Ergebnis einer Veränderung der biologischen Rhythmen. Doch während sich der Bär mit seinem Winterspeck auf den Winterschlaf vorbereitet, muss der Mensch weiter arbeiten gehen. Und futtert sich u.U. auch einen Winterspeck an.

Saisonal bedingte Depressionen können schon seit einigen Jahren recht erfolgreich mit einer Lichttherapie behandelt werden. Eine tägliche Behandlung mit Kunstlicht (10 000 Lux = 20x stärker als eine Glühbirne, am besten direkt nach dem Aufstehen, und das Licht muss über das Auge aufgenommen werden – aber kein direktes Schauen ins Licht) kann laut verschiedener Studien die Symptome einer Winterdepression innerhalb kurzer Zeit reduzieren oder auch beseitigen.

Doch solch’ eine Lichtdusche wird nicht von Jedem angenehm empfunden. So wurde vor einigen Jahren ein „Wecker“ erfunden, der durch eine Simulation der Morgendämmerung, d.h. durch allmähliche Zunahme des Lichts, uns aus dem Schlaf holt. Es handelt sich um eine Lampe, die langsam heller wird, so dass das allmählich zunehmende, der Natur nachempfundene Licht sanft über unsere Augen unser Gehirn erreicht. Wird ein bestimmter Anteil (der Hypothalamus) stimuliert, werden wir vorsichtig aus den Träumen geholt, unsere Körpertemperatur nimmt langsam zu, die Kortisolproduktion (siehe unten) steigt langsam an und wir können oft den Tag energiereicher beginnen.

Doch auch ein geruhsamer Schlaf kann oft durch eine tägliche Portion Licht erst ermöglicht werden: Wie oben erwähnt, produziert unser Körper am Tage das „Schlafhormon“ Melatonin. Melatonin senkt häufig unsere Aktivität, macht uns oft müde. Zu wenig Melatonin kann einen nicht erholsamen bedeuten. Und wenn man in der dunkleren Jahreszeit oder im höheren Alter nur noch selten das Haus verlässt, ist der Schlaf häufig nicht erholsam.

Aber der geruhsame Schlaf ist sehr wichtig, denn in Kombination mit viel Stress produziert unser Körper (neben den erwähnten Hormonen Serotonin und Melatonin) ein weiteres Hormon: Kortisol! Kortisol verhindert jedoch das „Abschalten“, wir kommen bei einem dauerhaft erhöhten Kortisolspiegel kaum noch in einen echten Ruhemodus. Die mögliche Folge: Dauermüdigkeit, Abgeschlagenheit aber trotzdem unfähig einzuschlafen können.

Lichttechnisch wäre es daher optimal, wenn wir „mit den Hühnern aufstehen und ins Bett gehen“ könnten – aber leider ist dies wohl gesellschaftlich kaum mehr durchsetzbar. Zumal wir dann im Sommer deutlich früher aufstehen müssten. Wer will das schon?

Ergo: Bewegung und viel Sonnenlicht im Herbst und Winter, vielleicht auch mal der (vernünftige) Besuch eines Solarium können die Stimmung aufhellen und reduzieren ganz nebenbei die Winterblässe.

3. Vitamin-D / Calcitriol / Calcium-Mangel?

Das UV-Licht der Sonne ist aber auch sehr wichtig, um das sog. Vitamin D zu produzieren. Eigentlich ist es kein Vitamin, denn der Körper kann diesen Stoff, das Calcitriol, alleine synthetisieren. Nachdem die Leber einen Ausgangsstoff gebildet hat, wird dieser durch die UV-Strahlen in der Haut umgewandelt. Für die Bildung des Calcitriols ein unerlässlicher Schritt. Danach geht’s über die Nieren und die Leber zum Endprodukt Calcitriol. Die Hauptwirkung des Calcitriols ist oft zum einen die Aufnahme des Calciums aus der Nahrung über den Darm und zum anderen den Einbau des Calciums in die Knochen. Starke Knochen brauchen also Licht!

(Siehe hierzu auch unsere Patienteninfo Vitamin D auf unserer Internetpräsenz)

Fazit: Nutzen Sie die wenigen verbleibenden Sonnenstunden und gehen Sie auch bei schlechtem Wetter täglich für mindestens 15-20 Minuten in die Natur. Denn auch bei Bewölkung, Regen etc. erreichen Sonnenstrahlen die Erde, nicht so intensiv und in einem „ungünstigerem“ Winkel aber trotzdem oft noch wirksam.

Leider reicht das Wohnungslicht nicht aus – das Sonnenlicht ist einfach unersetzbar. Das künstliche Licht ist ca. fünf bis zwanzigmal schwächer als das natürliche Sonnenlicht bei bedecktem Himmel. Und so können wir zum Einen unsere Stimmung aufhellen, unsere Knochen stark halten und zum Anderen vielleicht den „drohenden“ Winterspeck aufhalten.

Und nun wünsche ich Ihnen einen gemütlichen, sonnigen Herbst – mit ausgedehnten Spaziergängen und herrlichem Licht!

Ihr Thilo Grimpe

Sonnenlicht Text als PDF-Datei zum Download

Quellen:

1. Servan-Schreiber, David „Die neue Medizin der Emotionen“, Goldmann-Verlag

2. Pollmer, Udo u. Warmuth, Susanne „Lexikon der populären Ernährungsirrtümer“, Piper-Verlag

3. Pollmer, Udo et al, „Prost Mahlzeit“, Verlag Kiepenheur & Witsch

4. Wenzel, Dr. med. Petra, „Schlau gelernt“, biobliothek ltd.

1. Nachwort:

Wir weisen ausdrücklich daraufhin, dass das Sonnenlicht aber auch der unvernünftige Genuss eines Solariums auch schädliche, gar lebensgefährliche Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben kann. In unserer Information geht es daher lediglich um die positiven lebenswichtigen Einflüsse des Sonnenlichts, die Gefahren wie Hautkrebs wollen wir jedoch nicht verschweigen. Daher „predigen“ wir einen vernünftigen Umgang mit dem Sonnenlicht: „Viel hilft nicht viel!“

2. Nachwort:

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

aus wettbewerbsrechtlichen Gründen weisen wir an dieser Stelle ausdrücklich darauf hin, dass dieser Text ausschließlich der Information dient und nicht als Werbung zu verstehen ist. Wir geben mit diesem Informationstext weder ein Heilversprechen ab noch veröffentlichen wir hiermit eine Wirkungsbehauptung. Im Einzelfall kann eine dargestellte Behandlungsform nicht angezeigt sein und darf deshalb nicht durchgeführt werden .