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Je mehr Literatur wir in die Finger bekamen, desto größer wurden die Widersprüche bezüglich Wirksamkeit, Durchführung und gar wissenschaftlichem Hintergrund. Außer Frage steht, daß inzwischen eine ganze Industrie hinter dem Produkt Stretching steht. Eine Industrie, die
sowohl aus Fitness-Centern besteht, die dem geneigten Kursteilnehmer “gemäß neuester Studien aus den USA” die absolute Notwendigkeit von intensivem Stretching suggeriert, als auch - im Besonderen - der Druck- und
Medienverlage. Selbst Autoren und Verlage blieben seit Erscheinen unseres Artikels “Dehnungsgymnastik & Stretching - überhaupt noch aktuell und sinnvoll?” im Februar 2000 eine Stellungnahme schuldig. Es verwundert uns nur wenig, denn bei Lektüre der meisten Erscheinungen kann man durchaus den Eindruck bekommen, ABC hat von XYZ abgeschrieben. Und wenn XYZ schon kein physiologisches Grundwissen hat, woher soll es ABC dann haben? Aber nicht nur die fitnesstreibende Industrie probagiert mehr als weniger das Stretchen. In unserem - therapeutischen - Bereich gehört das Dehnen nach wie vor zur Grundausbildung. Interessant ist - ähnlich der Kältetherapie -, daß Dehnen sowohl zur Senkung, als auch zur Erhöhung von Spannungszuständen angewandt wird. Natürlich (!) variiert hier die Durchführungsweise - sonst könnte man dem Lernenden wahrscheinlich auch gar nicht die Wirksamkeit plausibel zu erläutern versuchen. Dennoch, hinterfragt und vergleicht man die Mechanismen, auf die man meint Einfluß zu nehmen, sind es stets die gleichen: die Wirkung - so sagt man - hängt also nur von der Durchführung ab... Ob unsere Ausarbeitungen, Ausgrabungen und Verlinkungen Spinnerei sind, unlogisch oder gar falsch - urteilen Sie selber und vergleichen unsere Erklärungen mit den Ihnen bekannten. Wohl gemerkt, Floskeln wie “das haben wir aber schon früher so gemacht! Also muss es auch so richtig sein!” zählen jetzt nicht mehr! Lassen Sie sich auch nicht von den Spitzensportlern im Fernseher blenden. DIE haben es auch nur von Trainern und Betreuern, Ärzten und Kollegen, die es ebenfalls irgendwann mal während ihrer Ausbildung vorgesetzt bekommen haben! Die Physiologie kennt keine Unterschiede ! Glauben sie auch bitte nicht, dass der Muskel von Spitzensportler XY schneller nach einer Verletzung zusammenheilt als der Ihre! Aber das ist eine andere Geschichte und soll an anderer Stelle ausgiebig niedergelgt werden. Soviel als Einleitung. Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre der folgenden Artikel: |
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